25. Juni 2017

Comicübung: persönliche Gegenstände

Letzten Donnerstag lautete die Übung für die Kindergruppe im Renate-Kurs "Persönliche Gegenstände".
Jede Person nennt ganz bestimmte Gegenstände ihr eigen, die jeweils völlig anders aussehen. Dies hängt von deren Vorlieben und Eigenheiten ab.

Zeichne also die Taschen von 3en Deiner Freunde und Bekannten!
Zeichne nun diese Personen!
Vielleicht noch einen ihrer Schuhe?


Genauso wie diese (fast) real existierenden Leute haben auch Comiccharaktere ihre typischen Accessoires, Wohnungen oder Fahrzeuge. Es hilft, sich dafür jeweils Bekannte vorzustellen: meine Hauptheldin fährt so ein Auto wie meine Freundin C. oder wohnt so ähnlich wie mein Freund X. ... 

Dadurch werden die Personen glaubhaft (weil wirklich solche Leute gibt) und lebensecht (weil ich über ihre Lebensumstände nachgedacht habe)
(Das Bild entstand während meiner Vorbereitung)

23. Juni 2017

Comicinvasion Wettbewerb 2017 - der Besten-Workschop U15


Dieses Heft entstand am 21.05.2017 in der Gruppe U15 der Siegerinnen und Sieger des Comicwettbewerbes der CIB 2017. Einen Tag lang hatten alle die Gelegenheit, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu vervollkommnen und zusammen ein Heft zu beginnen. Hier liegt es nun vor.

Die Gruppe einigte sich darauf, eine gemeinsame Geschichte zu schreiben und zu zeichnen.

Zuerst sammelten wir Ideen. Was wollen wir zeichnen, wer soll in unsere Geschichte eine Rolle spielen, in welcher Welt spielt sich das ab? Alle sammelten ihre Gedanken stichpunktartig in einer Liste.
Als nächstes entwickelten wir die Charaktere. Die Personen, Wesen und Tiere sehen wir mindestens von Vorne und von der Seite. Wie heißen sie, wie alt sind sie? Was können sie besonders gut, was gar nicht, wovor haben sie Angst? Ausführliche Notizen zu Charakter, Vorlieben und Schwächen erleichtern später das Story-Schreiben. Wichtig ist auch, dass alle die Figuren der anderen auf ihren Seiten auch zeichnen können müssen. Da geht es um Merkmale wie runder Kopf mit Dutt, eckiger Kopf, eckiger Körper...







Was soll passieren? Stories beinhalten Schwierigkeiten aller Art. Unsere Helden versuchen, ihre Ziele zu erreichen. Was hält sie auf? Wie bewältigen die unterschiedlichen Charaktere ihre Probleme?
Dies alles notieren wir in unseren Scribbles.
So wie im Storyboard vermerkt zeichnen wir auf den richtigen Comicseiten alles mit Bleistift vor. Das machen wir größer als unsere Seiten am Ende sein sollen, damit unsere Fehler dann im Heft auch kleiner sind. Außerdem können wir kleiner lesen als wir zeichnen können.
Wir legen die Sprechblasen an, so dass der Text auch hineinpasst, schauen auf die Figurenblätter wie sie gezeichnet werden sollen, wo die Unterschiede liegen, beispielsweise eckiger Kopf, breiter runder Kopf, runder Kopf mit Dutt, spitzer Kopf, eher klein...

Wenn alles vorgezeichnet ist, nehmen wir einen schwarzen Stift, Fineliner oder wie Comiczeichner früher eine Tuschfeder und ziehen die Linien nach. Am Besten arbeiten wir dabei auf dem ganzen Blatt gleichzeitig, zeichnen überall die gleichen Figuren oder Elemente anstatt ein Bild nach dem anderen fertigzumachen. Dabei kann nämlich der Zeichenstil von Bild zu Bild stark variieren.

Nun muss nur noch die Vorzeichnung wegradiert werden - fertig!

Unsere 5 unfreiwilligen Freunde müssen zusammen unzählige Abenteuer bestehen bevor sie wieder in unsere Welt gelangen.
Herr Prolofskie das Eichhörnchen war schon früher mal durch ein ähnliches Portal gefallen und möchte gerne zurück.
Schleimi hatte sich mit ihm angefreundet und will ihn dorthin begleiten.
Ob Hannah und ihr Chef, der Dr.Dr. Dr. Ernst, endlich miteinander arbeiten können?
Ist Agent Smokes wirklich so böse wie er aussieht?
Wie können wir uns alle gut verstehen?

Dieses Heft wurde gemacht von:
Theodor
Siri
Alina
Alexander









27. Mai 2017

"Glaubst Du?" Zurück von der Präsentation in Leipzig

Zusammen mit Thurit Kremer haben wir gestern die Ergebnisse des Beteiligungsprojektes "Glaubst Du?" in der naTo Leipzig präsentiert.

Herausgekommen sind 32:55 min Film, in Spielszenen, Animationen, Interviews beschäftigt sich die Klasse 6m mit Fragen zum Glauben, zum inneren Kompass oder was nach dem Tod kommt.
Die Beiträge gingen von analytischen Untersuchungen zur Rolle der Religion über Gedanken wo und wer Jesus heute ist bis hin zu Seelenwanderung und Wiedergeburt.
Nicht nur die Kinder und ihre Verwandtschaft waren zu Recht stolz, auch die Leute, die im Rahmen des Kirchentagsprogramms und Reformationsfeierlichkeiten vorbeikamen, waren angetan von der Ernsthaftigkeit und Gedankentiefe der Mädchen und Jungen.
Zusätzlich sind im Gastronomieraum noch einige Trickfilmhintergründe und -figuren ausgestellt. So auch dieses Schlussbild mit allen teilnehmenden Kindern.




10. Mai 2017

Der Kinderkurs in der Renate-Comicbibliothek beginnt am 18.5.2017

Comiczeichnen in anregender Atmosphäre: Donnerstags ab 16:30

Der Comiczeichenkurs für Kinder beginnt am Donnerstag 18.5. ab 16:30 bis 18:00 h in der Renate Comicbibliothek.
Er läuft jeden Schul-Donnerstag bis zu den Ferien. 

Ich freue mich auf mutige Zeichnungen, coole Figuren und überraschende Stories. 
Anmeldungen bei mir: 0163 28 36 759 auch über  auge@herr-lorenz.de

oder direkt in der Comicbibliothek




27. März 2017

Verschieden und doch gleich: Tierkinder



Tierfiguren sind seit der Anfangszeit der Comics geläufige Charaktere in vielen Geschichten. Auf diese Gewohnheit griffen wir in unserem Workshop zurück.

Als erste Übung zeichneten die Kinder eine Schulklasse, bestehend aus verschiedenen Tieren.
Dabei war mir wichtig, die Verschiedenheit -unter anderem war ein Fisch zusammen mit einem Stachelschwein und einer Schwalbe zusammen in einer Klasse- angesichts der Gemeinsamkeiten wie Kindsein oder Schulklasse als vorhanden aber nicht bestimmend zu sehen.

Im zweiten Schritt gaben wir den Tierkindern Namen und Charaktereigenschaften. Diese Merkmale sind wichtig um diese Figuren zu kennzeichnen. Was macht ihre Persönlichkeit aus? Wie verhalten sie sich in bestimmten Situationen? Die Tierart spielt dabei keine Rolle. Der Oktopus ist in die Giraffe verliebt, die bevorzugt jemand anderen. "Ein Glück dass ich Dich habe", sagt er zur Katze.

Mit diesen Charakteren entwarfen die Kinder Geschichten und planten sie mittels eines Storyboards.

Auf dem Originalblatt zeichneten sie ihre Panels und am Ende hatten alle stolz ihr eigenes Heft in der Hand, und das von den anderen Kindern auch. 

16. Dezember 2015

Wie entsteht ein Comic - Präsentation der Projektwoche

Mit der WeTeK gGmbH haben wir an einer Reinickendorfer Schule inmitten von Projekttagen zu Medienberufen einen Comicworkshop durchgeführt. Entstanden ist das kleine Heftchen "Kaputte Welt". Die Präsentation hat - weil die Jugendlichen nicht soviel reden wollten - die Schritte bei der Entstehung eines Comic gut gezeigt: 
(Der folgende Text ist die ganze Präsentation gewesen.)


Ich zeichne gerne. Hier habe ich gelernt wie man Comics macht...
Zuerst haben wir uns Figuren ausgedacht und sie beschrieben: 
Name, Alter, Beruf, ihre Charakter-Eigenschaften...



Wir haben uns die Geschichte ausgedacht und ein Storyboard gemacht, nur mit Strichmännchen. Wir wissen so: wo stehen die Figuren, was machen sie, wieviele Bilder brauchen wir, wie sehen die Bilder aus...


Dann haben wir den Comic auf große Blätter vorgezeichnet, mit Bleistift.


Mit Schwarz, also Marker oder Fineliner haben wir dann die Bilder sauber nachgezogen. 




Es war nicht schwierig! Probiert es mal aus!



20. Mai 2015

Vorteile von Comicworkshops (und ein paar Nachteile)

Anläßlich einer Fachtagung im Archiv der Jugendkulturen habe ich mir einige Gedanken gemacht, warum Comicworkshops für Gruppen von Kindern und Jugendlichen gut in der Bildungsarbeit funktionieren können:

  • + Comics sind bei fast allen Kindern und Jugendlichen ein gut bekanntes Medium. Die meisten haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon was Comics sind und wie Comics funktionieren.
  • + Es sind vielerlei Formen möglich, es können Stories verfasst, Schemata und Übersichtsdiagramme angefertigt, Essays und Nachdenkereien gezeichnet werden.
  • + Komplexe Sachverhalte wie Mobbing, Zukunftsängste, Diskriminierung... gehen durch die Darstellung in einem Comic gut zu behandeln. 
  • + Was schwer oder gar nicht zu zeichnen geht kann aufgeschrieben werden und umgekehrt.
  • + Die Arbeit ist zu zweit oder in Gruppen ebenso möglich wie einzeln.

Es gibt auch einige Schwierigleiten zu bedenken:

  • - Ein Comic benötigt für die Herstellung mehrere Arbeitsschritte. Das heißt, nach dem Verstehen der Aufgabe muß eine Story verfasst werden, vorgezeichnet, gelettert und und ins Reine gezeichnet werden. Das ist nicht in 1-2 Stunden zu schaffen. Im Rahmen von beispielsweise einer Woche können hingegen komplexe Aufgabenstellungen in mit gebührender Sorgfalt behandelt werden.
  • - Für die Herstellung eines Comic sind mehrere "Handwerke" nötig: Analysieren, Schreiben, Zeichnen... Die Wenigsten können das alles gut.
  • - Die meisten Gruppen sind sehr heterogen, mit den unterschiedlichsten Vorraussetzungen und Wissensständen. Wer nicht gut zeichnen kann fühlt sich u.U. im Nachteil.
In den letzten Jahren habe ich sehr verschiedene Gruppen und Themen gehabt: 
Geld und seine Bedeutung, Kinder, Mechanismen der Diskriminierung, Bedeutung von KZ-Gedenkstätten, Antisemitismus, Weihnachten in multinationalen Schulklassen, Zukunftshoffnungen und -Ängste, Mauerfall und Wende...